Totschna
SUWOROW: MARSCH! / HINTERGRUND
Alexander Suworow
Alexander Suworow






Suworows Weg durch die Schweizer Alpen

Suworows Weg durch die Schweizer Alpen
Detailansicht der Karte
Suworow, der Marsch durch die Alpen im Jahr 1799

Die Produktion
Kernstück der Produktion bilden die Geschichte und Stationen des Russischen Generals während seines Feldzugs in der Schweiz gegen die Franzosen unter Napoleon. Entstanden ist die Idee, die Reise bzw. den winterlichen Gewaltsmarsch der Russischen Armee unter Suworow durch die Schweiz „musikalisch-geographisch“ zu vertonen, aber auch durch Wort und Text darzustellen. Resultat ist ein 60-minütiges Konzert in Ton und Wort - eine musikalische Reise der Route und Stationen des russischen Generals Suworow durch die Schweiz – Suworow Marsch!

Musikalische Umsetzung
Als roter Faden dient die Bewegung der Truppe, der endlose Marsch. Die Musik folgt den inneren Bilder und Gefühle der einzelnen Soldaten auf ihrem vergeblichen Weg durch die Schweiz.

Das Heimweh im Militärlager im Tessin - die Zuversicht beim Abmarsch ins Gebirge - die verbissenen Schlachten - die Trauer und der Abschied von den gefallenen Kameraden - der hypnotische Stumpfsinn in endlosen Märschen im rutschigen Gebirge - die fremdartige Anziehung der Schweizer, ihrer Bräuche und ihrer Volksmusik - der erschöpfte Wahn auf nächtlichen Gipfeln - der Trost der Lieder - die Qual der endlosen Wiederholung - die klamme Freude, wenn der letzte Soldat wieder in die Heimat zurückkehrt.

Klangraum / Klangkonzept
Der Klangraum, die Soundscapes sind permanent hörbar, eine Art musique concrète, welche einen „Klangabdruck“ der durchwanderten und erlittenen Landschaft und reiseartige Soundscapes in den Konzertraum hinein versetzt, welche die Spieler und die Darbietung ihrer Musiken und Texten zugleich prüft und überhöht. Dem Zuschauer wird so ein dramaturgischer Bogen vermittelt, der Suworows Marsch eine zusätzliche Ebene verleiht.

Zur Geschichte
Im Kampf gegen die Franzosen wurde General Alexander Suworow im September 1799 von den Österreichern und den Schweizer Kleinbünden um Hilfe gerufen. Von der Lombardei her marschierte seine Armee mit 30 000 Soldaten los, überquerte mit Mühe den Gotthard und wurde vom frühen alpinen Winter überrascht. Die wehrhaften Franzosen zwangen Suworow, seinen Marschplan täglich zu ändern und so irrte ein Teil seiner Armee von Altdorf am Rossstock (2500 m) vorbei, ins Muotatal, über den Pragelpass durchs Klöntal nach Glarus, dann weiter in Richtung Elm und über den Panixerpass ins Bündner Oberland, dem Rhein entlang bis in den Voralberg. Dort lebte gerade noch die Hälfte der Soldaten und ein Drittel der Pferde.

Doch Suworow und die Zeit um die Jahrhundertwende zum 19 Jahrhundert ist nicht einfach nur Geschichte. Diese Zeit und Kriege hatten den Wiener Kongress und die europäische Staatenbildung zur Folge, Europa hat sich neu geordnet. Die Schweizer Neutralität wurde damals offiziell und politisch am Wiener Kongress bestätigt. Zudem beruht unser Zivilrecht auch auf dem damaligen Code Napoleon. Also ein Thema, dass uns Schweizer im Zuge von Europa bis heute stark prägt und beschäftigt.

Details zu General Soworow’s Marsch 1799
Am 15. September im Jahre 1799 brechen im Tessin der russische General Suworow und über 30'000 Soldaten auf, um in einem Feldzug quer durch die Schweiz Napoleons Armee zu vertreiben.
Nach ersten siegreichen Schlachten gegen die Franzosen im Gotthardmassiv gerät der Feldzug ins Stocken: der Wintereinbruch und die erstarkende Gegenwehr setzt der russischen Armee immer stärker zu und zwingt sie schliesslich zur Flucht.

Über das Gottharmassiv nach Andermatt, von da über den Chienzigpass ins Muotatal, über den Klausenpass ins Glarnerland und über den Panixerpass ins Vorderrheintal, Chur, Maienfeld nach Feldkirch ... und später zurück nach Russland. In erbitterten Kämpfen, in eisigen Herbststürmen, im schroffen und rutschigen Gebirge sind über die Hälfte der Soldaten gefallen, erfroren, zu Tode gestürzt oder verhungert. Mitte Oktober ziehen noch rund 15'000 Soldaten aus der Schweiz Richtung Russland ab.