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Suworow, der Marsch
durch die Alpen im Jahr 1799
Die Produktion
Kernstück der Produktion bilden die Geschichte und Stationen
des Russischen Generals während seines Feldzugs in der Schweiz
gegen die Franzosen unter Napoleon. Entstanden ist die Idee, die Reise
bzw. den winterlichen Gewaltsmarsch der Russischen Armee unter Suworow
durch die Schweiz „musikalisch-geographisch“ zu vertonen,
aber auch durch Wort und Text darzustellen. Resultat ist ein 60-minütiges
Konzert in Ton und Wort - eine musikalische Reise der Route und Stationen
des russischen Generals Suworow durch die Schweiz – Suworow
Marsch!
Musikalische Umsetzung
Als roter Faden dient die Bewegung der Truppe, der endlose Marsch.
Die Musik folgt den inneren Bilder und Gefühle der einzelnen
Soldaten auf ihrem vergeblichen Weg durch die Schweiz.
Das Heimweh im Militärlager im Tessin - die Zuversicht beim Abmarsch
ins Gebirge - die verbissenen Schlachten - die Trauer und der Abschied
von den gefallenen Kameraden - der hypnotische Stumpfsinn in endlosen
Märschen im rutschigen Gebirge - die fremdartige Anziehung der
Schweizer, ihrer Bräuche und ihrer Volksmusik - der erschöpfte
Wahn auf nächtlichen Gipfeln - der Trost der Lieder - die Qual
der endlosen Wiederholung - die klamme Freude, wenn der letzte Soldat
wieder in die Heimat zurückkehrt.
Klangraum / Klangkonzept
Der Klangraum, die Soundscapes sind permanent hörbar, eine Art
musique concrète, welche einen „Klangabdruck“ der
durchwanderten und erlittenen Landschaft und reiseartige Soundscapes
in den Konzertraum hinein versetzt, welche die Spieler und die Darbietung
ihrer Musiken und Texten zugleich prüft und überhöht.
Dem Zuschauer wird so ein dramaturgischer Bogen vermittelt, der Suworows
Marsch eine zusätzliche Ebene verleiht.
Zur Geschichte
Im Kampf gegen die Franzosen wurde General Alexander Suworow im September
1799 von den Österreichern und den Schweizer Kleinbünden
um Hilfe gerufen. Von der Lombardei her marschierte seine Armee mit
30 000 Soldaten los, überquerte mit Mühe den Gotthard und
wurde vom frühen alpinen Winter überrascht. Die wehrhaften
Franzosen zwangen Suworow, seinen Marschplan täglich zu ändern
und so irrte ein Teil seiner Armee von Altdorf am Rossstock (2500
m) vorbei, ins Muotatal, über den Pragelpass durchs Klöntal
nach Glarus, dann weiter in Richtung Elm und über den Panixerpass
ins Bündner Oberland, dem Rhein entlang bis in den Voralberg.
Dort lebte gerade noch die Hälfte der Soldaten und ein Drittel
der Pferde.
Doch Suworow und die Zeit um die Jahrhundertwende zum 19 Jahrhundert
ist nicht einfach nur Geschichte. Diese Zeit und Kriege hatten den
Wiener Kongress und die europäische Staatenbildung zur Folge,
Europa hat sich neu geordnet. Die Schweizer Neutralität wurde
damals offiziell und politisch am Wiener Kongress bestätigt.
Zudem beruht unser Zivilrecht auch auf dem damaligen Code Napoleon.
Also ein Thema, dass uns Schweizer im Zuge von Europa bis heute stark
prägt und beschäftigt.
Details zu General Soworow’s Marsch 1799
Am 15. September im Jahre 1799 brechen im Tessin der russische General
Suworow und über 30'000 Soldaten auf, um in einem Feldzug quer
durch die Schweiz Napoleons Armee zu vertreiben.
Nach ersten siegreichen Schlachten gegen die Franzosen im Gotthardmassiv
gerät der Feldzug ins Stocken: der Wintereinbruch und die erstarkende
Gegenwehr setzt der russischen Armee immer stärker zu und zwingt
sie schliesslich zur Flucht.
Über das Gottharmassiv nach Andermatt, von da über
den Chienzigpass ins Muotatal, über den Klausenpass ins Glarnerland
und über den Panixerpass ins Vorderrheintal, Chur, Maienfeld
nach Feldkirch ... und später zurück nach Russland. In erbitterten
Kämpfen, in eisigen Herbststürmen, im schroffen und rutschigen
Gebirge sind über die Hälfte der Soldaten gefallen, erfroren,
zu Tode gestürzt oder verhungert. Mitte Oktober ziehen noch rund
15'000 Soldaten aus der Schweiz Richtung Russland ab. |